Natur erleben für Menschen mit Demenz

Seit dem Herbst 2019 gibt es auf dem Jugend-Naturschutz-Hof Ringstedtenhof das Projekt „Naturerleben auf dem Bauernhof – ein Angebot für Menschen mit Demenz“. Renate Krüger, die den Bauerngarten des JNH führt, hat dieses neue Projekt iniziert. Es soll eine Hilfe für die Teilnehmer:innen, aber auch für die pflegenden Angehörigen sein, die dadurch eine Entlastung im Alltag erfahren. Die Treffen finden 14tägig statt. Renate Krüger wird dabei von einem Team ehrenamtlicher Betreuerinnen unterstützt. Das Programm der Treffen ist klar strukturiert und dauert drei Stunden. Das gesamte Hofgelände, die Tiere und vor allem der Bauerngarten ermöglichen den Teilenehmer:innen Naturbegegnung, sowie soziale und emotionale Erfahrungen. So  kann die biologische Vielfalt des Hofes ganz nah durch gefühlsbetonten Zugang und durch die Ansprache mehrerer Sinne erlebt werden. Aktives Tun in Garten und Natur, sowie Anknüpfung an lange Bekanntes, wie z.B. alte Lieder und Gedichte, gemeinsames Kaffeetrinken, Kuchen essen und klönen gehören immer dazu.

„Der Duft der Kräuter und Blumen, das Erleben von Sonne und Wind, das streicheln der Tiere fördert wohlige Gefühle und positive Gedanken“ so Renate Krüger, die nicht nur Gärtnerin und Umweltpädagogin ist, sondern auch eine Weiterbildung in Sozialpädagogik gemacht hat, in deren Rahmen die Idee zu diesem Projekt entstanden ist.  „Wo sonst können die alten Menschen noch Tieren wie Ringelnatter oder Laubfrosch begegnen oder alten Obst- und Gemüsesorten, wie beispielsweise  „Guter Heinrich“  oder „Köstliche Charneux“ probieren. Das weckt Erinnerung an Kindheit und Jugend“.

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Das Projektteam von links nach rechts: Anna Zerrath, Renate Krüger, Rosemarie Hohmeier

Im Herbst 2020 wurde das Projekt  von der UN Dekade Biologische Vielfalt im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ ausgezeichnet. Mehr dazu finden Sie im Artikel: „Auszeichung von der UN-Dekade Biologische Vielfalt für das Demenz-Projekt“